Dr. Stefan Hügel – ein Wissenschaftler auf Mission

„Wenn man durch die geernteten Pflanzen Jahr für Jahr über 20 Elemente aus dem Boden entfernt und nur drei davon in Form von NPK-Dünger wieder ausbringt, muss klar sein, dass die Böden irgendwann aus der Balance geraten.“

Schon im Grundschulalter begeisterte Stefan Hügel das Vermehren und Pflegen von Zimmerpflanzen. Zu diesem Zeitpunkt stand für ihn vor allem die Ästhetik der Pflanzen im Vordergrund. Dieser Fokus änderte sich, als er im Alter von 16 mit Kraftsport begann und dadurch die Themen Ernährung und Gesundheit immer wichtiger wurden. Seine Facharbeit im Leistungskurs Biologie schrieb er über die Fähigkeit von Pflanzen, in Wohnräumen Schadstoffe aus der Luft zu entfernen. Während dem Bachelor-Studium im Fach Life Science Engineering in Erlangen überschnitten sich die Themenbereiche Pflanzen und Ernährung weiter. Für seine Bachelorarbeit machte Stefan Versuche mit in Abwasser gezüchteten Mikroalgen, um alternative Abwasserreinigungskonzepte zu erforschen. Während seines Studiums rückten vor allem landwirtschaftliche Nachhaltigkeitsthemen immer weiter in den Vordergrund. Seine Masterarbeit im Fach Bioverfahrenstechnik absolvierte er in Äthiopien zum Thema produktive Teichsysteme zur Regenwasserspeicherung und Futtermittelproduktion. Hierbei spielte der schnellwachsende Schwimmfarn Azolla eine zentrale Rolle.

Nach erfolgreichem Masterstudium promovierte Stefan Hügel zum Thema Schwimmpflanzen als Tierfuttermittel. Dabei züchtete er in Teichanlagen den Schwimmfarn Azolla sowie Wasserlinsen und verfütterte beide gezielt an Enten und Hühner. Hintergrund hierfür waren zum einen die Nutzung einer lokalen Alternative zum importierten Eiweißfuttermittel Soja. Zum anderen ging es um die Verbesserung der Nährstoffqualität der produzierten Eier. Diese enthielten durch die Fütterung deutlich mehr langkettige Omega-3-Fettsäuren, welche für den Aufbau und Erhalt der Gehirnfunktion von hoher Bedeutung sind.

„Für mich ging es schon immer um Pflanzen und wie sie für die Lösung der dringlichsten Probleme der Menschheit zum Wohle aller eingesetzt werden können.“

Bei den Recherchen zu seiner Doktorarbeit erkannte Stefan immer deutlicher, wie ineffizient die globale Landwirtschaft und wie gravierend die fortgeschrittene Zerstörung der Böden wirklich ist. Parallel dazu beschäftigte er sich mit der Supplementierung mit Spurenelementen und ihren vielfältigen Wirkungsweisen, wie beispielsweise der Entgiftung von Schwermetallen. Der Zusammenhang zwischen unseren an Mineralien und Spurenelementen verarmten Böden und den krankmachenden Mangelzuständen im Menschen wurde Stefan durch zahlreiche Selbstversuche und das Eintauchen in die wissenschaftliche Literatur immer bewusster.

Die Corona-Zeit nutzte er, um noch tiefer in die Materie einzusteigen. Er schrieb das Buch „Die Mineralienwende“ und entwickelte parallel eine eigene umfangreiche Mineralienmischung für den Menschen, um dem Verlust an Mineralien und Spurenelementen in unseren Lebensmitteln entgegenzuwirken. Kurze Zeit später traf er auf den ehemaligen IT-Unternehmer Holger Gröhn, welcher sich zu diesem Zeitpunkt bereits intensiv mit Nachhaltigkeitsthemen, vor allem innerhalb der Landwirtschaft, auseinandersetzte. Gemeinsam gründeten sie 2021 den Verein MineralienWende.

Dr. Stefan Hügel ist wissenschaftlicher Leiter des vereinsinternen Forschungsinstituts und leistet hier wegweisende Forschungsarbeit in der Entwicklung von Lösungen, um sowohl Böden und Pflanzen als auch uns Menschen wieder mit den notwendigen Mineralien und Spurenelementen zu versorgen. Darüber hinaus hält Stefan Vorträge, produziert Filminhalte, gibt Interviews und publiziert neue Erkenntnisse und leistet so seinen Beitrag für eine globale Mineralienwende. Sein übergeordnetes Ziel besteht darin, anwendbare Systeme zu entwickeln, die uns Menschen wieder in den globalen Nährstoffkreislauf integrieren.

„Ich bin überzeugt davon, dass die Welt nicht überbevölkert ist. Vielmehr sind die Systeme, die wir oftmals als Fortschritt bezeichnen, einfach nur völlig uneffizient. Das geht auch ganz anders, wir müssen es einfach nur tun!“

Statt die Menschen als reine Konsumenten anzusehen, die ihren Verbrauch zu drosseln haben, um die Zerstörung der Umwelt abzubremsen, hinterfragt Dr. Stefan Hügel die Prozesse, die hierfür ursächlich sind. Hierbei sieht er die Entkoppelung des Menschen vom globalen Nährstoffkreislauf als eine der zentralen Ursachen für die weltweite Ressourcenverschwendung und Umweltverschmutzung, inklusive der Bodenzerstörung und der Ausbreitung von Zivilisationskrankheiten.

„Aus meiner Sicht müssen wir vom Konsumenten zum Gestalter werden und die Zerstörung unserer Lebensgrundlage nicht verlangsamen, sondern umkehren. Durch den Verein MineralienWende möchte ich an dieser Entwicklung mitwirken, zusammen mit anderen Menschen, denen die Gesundheit der Böden am Herzen liegt.“

MINERALIENWENDE BUCH-LAUNCH

Du willst mehr wissen? Dann haben wir gute Neuigkeiten! Das neue Buch Die MineralienWende” von Dr. Stefan Hügel erscheint am 10. Oktober im Rahmen einer Online-Veranstaltung mit packenden Fachvorträgen. Sei dabei!

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